Ballonfiguren für Moskau: Im Gespräch mit Anna Nero

20190202_182419

Anna Nero, geboren 1988 in Moskau, hat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig als Meisterschülerin von Heribert C. Ottersbach studiert. Vom 02.02. bis 09.03.2019 stellt sie aktuelle Werke unter dem Titel „Two Truths“ in der Galerie Kramer in Bremen aus.



ArtBremen: Welche Einflüsse aus der Kunst bewegen dich zurzeit? Welche von außerhalb der Kunst?
Anna Nero: Aus der Kunst sind es neben den üblichen Verdächtigen wie Tomma Abts, Andreas Schulze und Imi Knoebel auch immer meine Kollegen und Freunde. Außerhalb der Kunst gibt es nicht so viele Einflüsse – wie viele Künstler habe ich kaum Hobbies oder Interessen außerhalb meines Berufs. Beim Malen höre ich zur Zeit Podcasts und Vorträge zu Physik, Quantenmechanik und String-Theorie. Ob irgendwas davon in meinem Kopf oder meiner Arbeit hängen bleibt, ist schwer zu sagen.

Wie sehr verstehst du deine Arbeiten als politisch?
Gar nicht. Ich mache ja Malerei, und da ist es schwer, bei politischen Themen nicht illustrativ zu werden. Natürlich beschäftige ich mich als Künstlerin aber mit gesellschaftlichen Phänomenen; besonders Fetischismus spielt für meine Arbeit eine Rolle.

Welchen roten Faden ziehst du durch deine Arbeiten?
Ich arbeite immer auf eine bestimmte Art und Weise. Ich beginne oft mit Mustern und Rastern, die im weiteren Verlauf mit Gesten und Flächen übermalt werden. Aus einzelnen Farbwulsten und Gesten schälen sich dann Objekte und Wesen, die Protagonisten des Bildes. Der Prozess ist also immer gleich, das Ergebnis oft sehr unterschiedlich. Prinzipiell ist es mir aber egal, ob meine Arbeiten einen roten Faden haben. Ich will mich als Produzent nicht langweilen und immer wieder Neues ausprobieren.

Wo würdest du deine Kunst am liebsten sehen?
In einem Museum in meiner Geburtsstadt Moskau.

Wie bist du am beeindruckendsten gescheitert?
In der Kunst? Ich habe während des Studiums für meine ganze Klasse eine Ausstellung organisiert. Am Ende wurde meine Arbeit rauskuratiert. Das war bitter.

Welches Projekt würdest du verwirklichen, wenn du keine finanziellen Grenzen hättest?
Mein erster Gedanke war: Ich würde hochpolierte Ballonfiguren machen wie Jeff Koons oder Riesendildos aufstellen wie Paul McCarthy. Aber ernsthaft, wenn ich keine finanziellen Grenzen hätte, würde ich lieber in Seenotrettung oder Klimaschutz investieren.


Links:

Anna Nero auf Instagram
Galerie Kramer

Anna Nero, Secret Society
Anna Nero, Secret Society (with an intruder), 40 x 30 cm, oil and acrylic on canvas, 2018
Anna Nero, We belong 2gether
Anna Nero, We belong 2gether, 180 x 130 cm, Öl und Acryl auf Leinwand, 2018
Anna Nero, GAG,
Anna Nero, GAG, 40 x 30 cm, oil and acrylic on canvas, 2018
Anna Nero, Usefull things,
Anna Nero, Usefull things, 40 x 30 cm, oil, spray paint, acrylic and marker on canvas, 2018

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s